Kippenheim mit Ortsteil Schmieheim

Geschichte Kippenheim

Wie urkundlich im Generallandesarchiv zu Karlsruhe nachgewiesen, wurde Kippenheim, damals Chippinheim, 763 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte bis im Jahr 1413 zum Bistum Straßburg.

Die ersten sesshaften Menschen in Kippenheim dürften die Kelten gewesen sein. Die Macht der keltischen Stämme wurde gebrochen durch die aus dem Nordseeraum vordringenden Germanen und die Angriffe der Römer von Süden her.

Um das Jahr 250 nach Christus durchbrachen die Alemannen von Osten her den Grenzwall und besetzten das Grenzgebiet bis zum Rhein, wobei wahrscheinlich die meisten der alemannischen Dörfer entstanden sind - so vermutlich auch Kippenheim oder Chippinheim. Der Name Chippinheim stammt vermutlich vom Alemannen Chippo, der sich um die Jahrhundertwende an diesem Ort niederließ.

Offiziell wird Kippenheim erstmals genannt, als der Papst Honorius III. im Jahr 1225 eine Schenkung bestätigte. Am 1. Dezember 1146 rief der bekannte Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux in der Kippenheimer Kirche zum zweiten Kreuzzug auf.

Wie aus einem Vertrag von 1367 hervorgeht, bildeten zu jener Zeit Kippenheim und Mahlberg ein Kirchspiel und eine Marktgenossenschaft. Die heute vorhandene Kirche selbst, das heißt Chor und Grundmauern des Langhauses, welches Anfang des 18. Jahrhunderts durch Feuer zerstört und wieder aufgebaut wurde, stammen aus der Zeit um 1500. Der massige Turm ist wesentlich älter. Eine gewisse Bedeutung hatte Kippenheim kirchlich im 16. und 17. Jahrhundert, als es Vorort des Protestantismus in der Herrschaft von Mahlberg wurde.

Im 30jährigen Krieg (1618-1648) hatte der Ort Kippenheim vor allem durch die zahllosen Truppendurchzüge der Kaiserlichen wie auch der Protestanten zu leiden. Der wohl schwärzeste Tag in der Geschichte des Dorfes war im Jahr 1677 zu verzeichnen, als Kippenheim von den Franzosen zerstört wurde. Auch von den nachfolgenden Kriegen war Kippenheim betroffen.

Noch einmal gab es im vergangenen Jahrhundert Unruhen im Lande, und zwar zur Zeit der Revolutionsjahre 1848/49. Diese erhitzten auch die Gemüter der Kippenheimer, jedoch blieben die Unruhen ohne wesentliche Auswirkungen auf das Leben unseres Dorfes. Schließlich erlebte Kippenheim nach dem Kriege von 1870/71 mit dem Aufschwung des Deutschen Reiches einen neuen Wohlstand. Doch der dauerte nur bis zum Jahre 1914. Es kam der 1. Weltkrieg mit all seinen Folgen, auch unser Dorf verlor 51 Bürgersöhne auf den Schlachtfeldern in Ost und West. Schwere Jahre hatten die Dorfbewohner zu überstehen, bis es langsam wieder aufwärts ging.

Nur kurz soll die Zeit erwähnt werden, die dem 2. Weltkrieg vorausgegangen war, sie war erfüllt von beispiellosen innenpolitischen Kämpfen und dem Emporkommen des Nationalsozialismus. Dies führte schließlich 1939 zum Krieg, der 1945 mit der totalen Niederlage endete. Auch in diesem Krieg mußte Kippenheim seinen schmerzlichen Tribut bezahlen. Von unmittelbaren Kriegseinwirkungen blieb Kippenheim allerdings bis zum letzten Kriegsjahr verschont.

Im Februar sowie April 1945 wurden jedoch durch verschiedene Angriffe auch Gebäude in Kippenheim zerstört. Ein Glück war es, dass die Einwohner Schutz in Bunkern und Unterständen im Leimental und in den Rebbergen fanden und dass es ohne größere Verluste abging. Als Dank dafür, dass Kippenheim vor schweren Kriegsschäden bewahrt blieb, wurde 1946 auf dem Hohbühl, inmitten des Weinbaugebietes, die Kapelle «Maria Frieden» errichtet.

Auch eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten, die in Kippenheim geboren wurden oder wirkten, haben der Gemeinde Ehre gemacht, so Johann Georg Stulz von Ortenberg, der 1771 in Kippenheim geboren und durch beispielhafte Tüchtigkeit und Wohltätigkeit bekannt wurde, ebenso wie Johann Georg Freiherr von Grechtler.

Ein wenig weißt Kippenheim auch städtischen Charakter vor, besonders wenn man den Bereich um das im Renaissancestil im Jahre 1610 erstellte Rathaus betrachtet. Das Gebiet um das Rathaus und Teilbereiche der Poststraße weisen einige sehenswerte Gebäude auf.

Bemerkenswert ist ein Fachwerkhaus in der Poststraße aus dem Jahr 1585, ein Barockhaus aus dem 18. Jahrhundert und das ehemalige Gasthaus »Engel?¢‚Ǩ¬ù, das später lange als Engel-Apotheke genutzt wurde. Sehenswert des weiteren die renovierte ehemalige jüdische Synagoge in der Poststraße.