Kippenheim mit Ortsteil Schmieheim

Geschichte Schmieheim

Der Ortsteil Schmieheim ist besonders bekannt durch das unter Denkmalschutz stehende Schloßgebäude mit seinen drei Türmen. Das Renaissanceschloß zu Schmieheim wurde 1607 bis 1610 durch Friedrich Bock von Gerstheim (1551-1645) und seine zweite Ehefrau Salomone von Fegersheim (1571-1630) erbaut.

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Das Dorf wurde erstmals am 3. April 1144 in einer Urkunde aus dem Kloster St. Trudbert erwähnt und konnte somit 1994 das 850-jährige Bestehen feiern. Schmieheim gehörte zum Urbesitz der Herren von Geroldseck. Als Walther von Geroldseck jedoch 1277 starb, kam es infolge von Erbauseinandersetzungen und einer nachfolgenden Teilung des Territoriums an die Linie Lahr- Mahlberg. In einem Tauschvertrag verzichtete ein Jahrhundert später Junker Heinrich von Geroldseck, Herr zu Lahr, im Jahre 1367 auf sein Dorf Schmieheim zugunsten von Frau Else von Geroldseck, Ehefrau des Ritters Eppe von Hattstatt. Schmieheim befand sich sodann von 1367 bis 1439 im Besitz der im Oberelsaß südlich von Colmar gessenenen Herren von Hattstatt. 1439 kamen die Bock von Bläsheim und Gerstheim in den Besitz von Schmieheim. Dieses Geschlecht starb 1823 mit Francisca Freifrau von Landsberg geb. Freiin Bock von Bläsheim und Gerstheim zu Nierderehnheim im Unterelsaß aus. Der Anteil der Bock an der Grundherrschaft Schmieheim kam durch eine Tochter des Bauherrn des Schlosses, Maria Veronica Bock von Gersteheim (1601-1639) verheiratet mit Jacob Wurmser von Vendenheim zu Sundhausen, an deren gemeinsamen Sohn Dagobert Wurmser von Vendenheim zu Sundhausen (1629-1706), Direktor der Unterelsässischen Reichsritterschaft. Seit der Teilung der Schmieheimer Gefälle im Jahre 1681 gehörte ein Drittel der Grundherrschaft den Böcklin von Böcklinsau sowie zwei Drittel den Wurmser von Wendenheim zu Sundhausen. Als Dagobert Wurmsers Enkelin Francisca Salome Wurmser von Wendenheim zu Sundhausen (1689-1743) im Jahre 1707 den Oberelsässer Friedrich Ludwig Waldner von Freundstein zu Schweighausen heiratete, wurden die Waldner Mitgrundherren zu Schmieheim, welche bis 1925 alleinige Besitzer des Schlosses waren. 1925 kaufte die Gemeinde Schmieheim das heruntergekommende Schloß Schmieheim mit dem 11 Hektar großen Herrschaftswald für 10.000 Goldmark. Das Schloss Schmieheim befand sich bis 1958 im "Dörnröschenschlaf". Unter dem damaligen Bürgermeister Wilhelm Kölle wurde das Schloss in den Jahren 1958 bis 1961 unter großen finanziellen Anstrengungen generalsaniert. (Quellen: Geroldsecker Land Nr.38 Artikel von Paul-Ren?ɬ© Zander und Festschrift 850 Jahre Schmieheim herausgegeben von der Gemeinde Kippenheim)

Große Schmieheimer Bürger

ZITTEL, Karl, evangelischer Theologe und Politiker, * 21.6. 1802 in Schmieheim, + 28.8. 1871 in Karlsruhe. - Zittel studierte Theologie in Jena und nach einer Vikarstelle in Jena kam er als Lehrer in das badische Lörrach. 1834 wurde er Pfarrer in Bahlingen am Kaiserstuhl. Zittel setzte sich schon damals für neue liberale politische- und kirchliche Ziele ein. Bei den Liberalen vertrat er von 1842 bis 1849 in der badischen Kammer den Bezirk Ettenheim. Zittel war 1848 Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung und gehörte dem liberalen Casino an. Ab 1850 stellte er seine aktiven politischen Tätigkeiten ein und widmete sich mehr kirchlichen Aufgaben. Er war Herausgeber von der Zeitschrift "Der Morgenbote" mit dem Beiblatt "Der Sonntagmorgen". Ab 1848 war Zittel Stadtpfarrer in Heidelberg. Er wirkte fortan als Kirchenpoliter um eine liberalere Kirchenverfassung zu Schaffen. Zittel war Herausgeber von mehreren Kirchenzeitschriften. 1862 wurde Zittel zum Dekan des Kirchenbezirks Mannheim - Heidelberg ernannt. Zittel verteitigte erfolgreich gegen die badische Regierung die traditionellen Rechte der Kirche.

BERNHEIM(ER), Isaac Wolf * 4.11. 1848 in Schmieheim. + ------- in USA. Der jüdische Bürger Bernheim stiftete Schmieheim in zwei Raten 1929 und 1930 von je 25.000 RM dem Dorf Schmieheim die Wasserversorgung. Der 18 Jahre alte "Handlungscommis" Bernheim, der die USA schon besucht hatte, bat durch Vermittlung seiner Mutter Fanny geb. Dreyfuß * 10.1.1825 um eine Auswanderungsgenehmigung. Die Mutter verstarb am 25.5.1889 in Luisville Kentucky. Sein Vater Leopold Bernheim(er)*1808 + 9.1.1856, auch Leon Bernheimer genannt, ist auf dem Schmieheimer Judenfriedhof beerdigt. Am 24.8.1929 wurde unter Bürgermeister Häberle im Gemeinderat der Beschluss gefasst, dass Issac Wolf Bernheim zum Ehrenbürger ernannt wird. Am 16. Dezember 1929 bedankte sich Bernheim in einem Schreiben an Bürgermeister Häberle mit folgenden Worten:

"Ihre werthen Zeilen vom 5ten v.M. mit der erfreulichen Nachricht dass ich als Ehrebürger der Gemeinde Schmieheim ernannt werde, ist eine Ehre für die ich Ihnen und den Mitgliedern des werthen Gemeinderats aufs herzlichste danke. Ich betrachte es als eine Gnade Gottes, dass es mir gestattet dem Orte wo meine Wiege stand, zu einer Wasserleitung verhelfen zu dürfen und dadurch der Gemeinde eine Wolthat zu erweisen. Der Besitz der Urkunde die meine Ernennung als Ihr Ehrenbürger bestätigt, wird von mir nach meinem Ableben, von meinen Kindern immer hochgeschätzt werden."